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Lass Dich gegen FSME impfen!

Das Fortschreiten der gefährlichsten Zeckenkrankheit verhindern

Zecken können bei ihrem Stich die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Im letzten Jahr gab es so viele Fälle wie noch nie. Die FSME-Impfung zusammen mit Massnahmen, um den Stich zu verhindern, bieten den einzigen effektiven Schutz vor dieser gefährlichen Krankheit – denn eine Heilung ist nicht möglich.

Wenn die Temperaturen steigen und der Frühling kommt, zieht es nicht nur die Menschen nach draussen: Auch die Zecken werden wieder aktiv. Damit steigt auch wieder die Gefahr von durch Zecken übertragenen Krankheiten wie der Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME (auch Zeckenenzephalitis genannt, Enzephalitis = Gehirnentzündung). Höchste Zeit also, für einen sicheren Aufenthalt draussen in der Natur vorzusorgen.

FSME-Rekord im 2017

Für diagnostizierte Fälle von FSME besteht in der Schweiz eine Meldepflicht. Pro Jahr werden rund 100 bis 150 Fälle dieser Viruserkrankung registriert. Ausreisser waren die Jahre 2013 und 2016 mit knapp über 200 Fällen. Doch das Jahr 2017 brach alle Rekorde: Es wurden über 270 Fälle von FSME gemeldet! Im Vergleich zu den schätzungsweise 6’000 bis 12‘000 Fällen von Lyme-Borreliose – einer ebenfalls von Zecken übertragenen Krankheit – erscheinen die FSME-Fälle bescheiden. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Im Gegensatz zur Borreliose ist die FSME nur symptomatisch behandelbar, aber nicht heilbar.

Meistens harmlos – manchmal aber gravierend

Die Symptome einer Infektion mit dem FSME-Virus können ganz unterschiedlich ausfallen: In etwa 70% der Fälle verläuft die Ansteckung ohne Symptome und bleibt unbemerkt. In den anderen Fällen entwickeln die Betroffenen ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome, die nach einigen Tagen wieder ausheilen. Bei rund 10% der infizierten Personen kommt es aber nicht zur Heilung, sondern zu einem schweren Krankheitsverlauf mit Hirnhaut- oder Hirnentzündung. Die Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zudem psychische Veränderungen oder Lähmungen. Restbeschwerden wie beispielsweise Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder Gedächtnisprobleme können noch über Wochen und Monate bestehen bleiben, bei schweren Verläufen bleiben sie für immer. Etwa 1% der Betroffenen stirbt an den Folgen der FSME-Erkrankung.

 

 

Die Impfung bietet den wirksamsten Schutz

Glücklicherweise kann man sich vor dem FSME-Virus schützen. Einerseits indem man vor, während und nach dem Aufenthalt in Zeckengebieten gewisse Vorsichtsmassnahmen befolgt, um einen Zecken-Stich zu verhindern (siehe Kasten). Andererseits indem man sich gegen das Virus impft. Die FSME-Impfung bietet einen 95%-igen Schutz, ist nebenwirkungsarm und gut verträglich. Während einigen Tagen nach der Impfung können lokale Schmerzen oder grippeartige Beschwerden auftreten. Ernsthafte Nebenwirkungen sind aber äusserst selten: Auf 1 Million Impfdosen kommt 1 solcher Fall. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Impfung für alle Personen ab 6 Jahren (in speziellen Fällen auch schon früher), die in den Risikogebieten wohnen oder sich dort zeitweise aufhalten. In diesen Gebieten sind rund 1% der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Die Kosten der Impfungen werden von der Grundversicherung übernommen (abzüglich Franchise und Selbstbehalt).

Impfung ist jederzeit möglich

Die FSME-Impfung kann vom Hausarzt aber auch in einer Impfapotheke (impfapotheke.ch) verabreicht werden. Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Teilimpfungen bzw. Injektionen. Im konventionellen Impfschema erfolgt die zweite Teilimpfung 1 bis 3 Monate nach der ersten, die dritte Teilimpfung weitere 5 bis 12 Monate später. Sie dient der Verlängerung des Schutzes auf 10 Jahre hinaus. Insgesamt dauert die Grundimmunisierung also mindestens ein halbes Jahr. Es wäre ideal, mit der FSME-Impfung Anfang Winter zu beginnen. Doch im Winter ist der Frühling noch weit weg. Die Gedanken viel eher bei Bergen und Pulverschnee als beim Wandern und Picknicken im Grünen. Und vielleicht fasst man auch erst mit dem Frühlingsbeginn den Vorsatz, öfters draussen rennen, biken, wandern oder spazieren zu gehen als noch im Jahr davor. Was also tun, wenn man nun ohne aktiven Impfschutz dasteht? Ganz einfach: Trotzdem impfen! Denn erstens besteht schon nach der 2. Teilimpfung eine zeitlich befristete vollständige Immunität und zweitens ist – die 3. Spritze vorausgesetzt – auch schon für die kommenden Jahre vorgesorgt. Denn auch dann sitzen wieder infizierte Zecken im Unterholz auf der Lauer.

Zecken

Gebiete mit FSME-Impfempfehlung

Hier finden Sie weitere Informationen

Empfehlungen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Vor dem Spaziergang:

  • Lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. Die Socken über die Hosen stülpen.
  • Helle Kleidung tragen. So sieht man herumkrabbelnde Zecken besser.
  • Kleider, Schuhe und Körperstellen, die mit Gras und Gebüsch in Berührung kommen, mit Anti-Zeckenspray (Repellent) einsprühen.

Während dem Spaziergang:

  • Auf möglichst breiten Wegen gehen. Berührungen mit Gras und Gebüsch vermeiden – hier lauern die Zecken.
  • Von Zeit zu Zeit die Kleider und unbedeckte Körperstellen kontrollieren. Denn die Zecken stechen nicht sofort, sondern suchen sich eine geeignete Stelle.

Nach dem Spaziergang:

  • Zu Hause den ganzen Körper absuchen und Zecken sofort entfernen. Bei Kindern den Kopf besonders sorgfältig kontrollieren.
  • Die Körperkontrolle in den nächsten Tagen wiederholen.
  • Falls eine Zecke gestochen hat, Datum und Körperstelle notieren.