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Movember – gemeinsamer Einsatz für die Männergesundheit

Männer leben riskanter, sterben früher und kümmern sich oft wenig um ihre Gesundheit. Sie gelten als Präventionsmuffel.

Spezialisten sind überzeugt, dass die um 5,5 Jahre kürzere Lebenserwartung der Männer zu 80 Prozent gesellschaftliche Gründe hat. Sogenannte Klosterstudien belegen diese Aussage: In diesen Studien wird der Gesundheitszustand und die Lebenserwartung von Mönchen und Nonnen verglichen, die ihr Leben hinter Klostermauern verbringen. Unter ähnlich geordneten Verhältnissen werden die Männer fast genauso alt wie Frauen.

In der jüngeren Vergangenheit hat bei Männern allerdings ein Umdenken eingesetzt, was Prävention und Arztbesuche angeht. Während die Generation 70plus noch ein traditionelles Verständnis vorherrscht, ist bei gesundheitsbewussten 40- bis 60-Jährigen der Besuch beim Männerarzt oder Urologen mehr die Regel als die Ausnahme.

Diesen positiven Trend will die Movember Foundation verstärken. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Männerkrankheiten zu bekämpfen. Ihr Engagement ist im November Dank der Aktion «Movember» besonders gut sichtbar. Der Begriff ist ein Kofferwort aus «Moustache» (frz. Oberlippenbart) und «November». In diesem Monat lassen sich viele Männern einen Schnauz wachsen, um das Bewusstsein einiger der grössten Gesundheitsprobleme von Männern zu schärfen: Prostata- und Hodenkrebs, eine schlechte psychische Gesundheit sowie Suizidprävention. Hodenkrebs trifft vor allem Jüngere. 86 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose keine 50 Jahre alt. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 430 Männer an Hodenkrebs, was zwei Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern entspricht. Die Krankheit kann sowohl in einem frühen als auch in einem späteren Stadium oft geheilt werden.

Prostatakrebs ist bei Männern die mit Abstand häufigste Krebsart. Es gibt keine Möglichkeit zur Vorbeugung. Wichtig ist deshalb, eine Erkrankung möglichst führ zu erkennen. In der Schweiz wird eine Vorsorgeuntersuchung ab 50 Jahren empfohlen. Zur Untersuchung gehört das Abtasten der Prostata, die sogenannte digitale rektale Untersuchung. Unregelmässige harte Knoten könnten auf einen Prostatakrebs hinweisen. In einem solchen Fall bringen weitere Abklärungen wie Ultraschall oder Biopsie Gewissheit. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den PSA-Wert im Blut zu bestimmen. PSA steht für die Abkürzung «Prostata-spezifisches Antigen», ein Eiweiss, das in der Prostata gebildet wird. Die PSA-Untersuchung birgt Vor- und Nachteile und ist in Fachkreisen nicht unumstritten. Ein erhöhter PSA-Wert muss nicht bedeuten, dass der betreffende Mann Prostatakrebs hat. Die «falsch positiven» Testergebnisse können auch andere Ursachen haben. Von zehn Männern, die einen erhöhten PSA-Wert aufweisen und sich einer Biopsie unterziehen, sind nur drei von Prostatakrebs betroffen. Andererseits ist die PSA-Messung eine schnelle, einfache und kostengünstige Methode, die hilft, Prostatakrebs im Frühstadium zu entdecken. Weitere Informationen finden Sie hier.