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Impfforschung in der Schweiz

Die Schweizerin Claire-Anne Siegrist ist eine Koryphäe der Impfforschung. Ohne ihr grosses Engagement stünde das Schweizer Impfwesen nicht dort, wo es heute steht.

Das Renommee der Genfer Medizinerin, die sich gänzlich der Impfstoff-Entwicklung und -Verbreitung verschrieben hat, reicht aber weit über unsere Grenzen hinaus.

Von den Anfängen bis heute

Claire-Anne Siegrist hat an zahlreichen wissenschaftlichen Originalpublikationen auf dem Gebiet der Impfstoff-Immunologie mitgewirkt. Dabei untersuchte sie unter anderem die Mechanismen, die Impfreaktionen in den frühen Lebensjahren prägen, wie gewisse gefährdete Bevölkerungsgruppen nicht optimal auf Immunisierung reagieren und wie die Wirksamkeit von Impfungen durch neuartige Impf- oder Hilfsstoffe verbessert werden könnte.
Zu den wichtigsten Impf-Pionieren gehören unter anderen Edward Jenner (Pockenimpfung), Louis Pasteur (Tollwut), Robert Koch (Milzbrand, Tuberkulose), Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato (Diphterie, Wundstarrkrampf). Mit der Standardisierung von Impfstoffen starteten Ende des 19. Jahrhunderts die ersten nationalen Impfprogramme.
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden systematisch viele weitere Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickelt, zum Beispiel gegen Kinderlähmung und Gelbfieber. Seit 1967 werden unter dem Patronat der WHO weltweite Impfprogramme erteilt.


"Ich hatte das Glück, viele Leute auf meinem Weg zu treffen, die mir geholfen haben. Jede Arbeit war Teamwork.", sagt die Genfer Medizinerin.

Vielseitiges Engagement

Trotz ihrer Wirksamkeit sind Impfungen nicht allerseits anerkannt. Viele Menschen stellen sie in Frage, betrachten sie als gefährlich oder wirkungslos. In der Schweiz wird vergleichsweise umfangreich geimpft, und dies von klein auf. Damit sich die Impfsituation und Lebenserwartung auch weltweit verbessern, engagiert sich Claire-Anne Siegrist an vielen Fronten: 1994 rief sie eine Forschungsgruppe für Vakzinologie und Neonatale Immunologie ins Leben, die seit 1996 als WHO-Kooperationszentrum anerkannt ist. Nach ihrem PD beteiligte sie sich zudem an der Gründung des ersten Europäischen Lehrstuhls für Vakzinologie.
Claire-Anne Siegrist legt Wert darauf zu betonen, dass sie auf ihrem Weg Glück hatte, die richtigen Leute zu treffen und dass jede ihrer Arbeiten auf Teamwork beruht. Und vor allem: Es gibt noch viel zu tun!

*Dieser Artikel wurde in voller Länge erstmals auf schweizer-gesundheit.ch publiziert. Hier geht's zum Originalartikel.