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Bösewicht Zucker - Wieviel Zucker ist gesund?

Herr und Frau Schweizer verbrauchen über 38 Kilogramm Zucker im Jahr, US-Amerikaner sogar weit über 50 Kilogramm. Dass dieser Konsum ungesund ist, steht ausser Zweifel. Die WHO schlägt daher Alarm und weist auf die Gesundheitsrisiken hin. Doch warum ist Zucker so ungesund? Und welche Alternativen gibt es?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass nicht mehr als zehn Prozent der Kalorien aus Süssem stammen sollten. Laut WHO brauchen wir pro Tag gerade mal 25 Gramm Zucker. Alleine wir Schweizer essen dreimal so viel . Das Problem: eine Dose Limonade enthält die Menge von zehn Teelöffeln Zucker, eine Tafel Schokolade bringt es auf etwa 55 Gramm. Die Konsequenz? Die Organisation diabetesschweiz schätzt, dass beinahe 500'000 Personen in der Schweiz an Diabetes erkrankt sind, die Mehrheit davon an Typ 2-Diabetes. Doch die Hälfte aller Beroffenen weiss gar nichts von ihrer Diabeteserkrankung.

Der Zucker im Organismus

Der Mensch braucht keinen Zucker. Anders als Eiweiss, Fett oder Kohlenhydrate ist Zucker kein Grundnahrungsmittel, sondern ein reines Genussmittel. Unser Körper zerlegt Kohlenhydrate in Zucker und gewinnt daraus Energie. Die menschliche Verdauung nimmt Zucker in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf und trägt ihn als Blutzucker durch den Körper. Weissen Zucker verdauen wir sehr schnell, weshalb der Blutzuckerspiegel rasch stark ansteigt. Dieser Pegel sollte immer in Grenzen gehalten werden, denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel schadet dem Organismus. Übermässiger Zuckerverzehr desensibilisiert den Körper für Insulin und zerstört die Funktion der Blutzuckerkontrolle. Überschüssiger Zucker im Blut begünstigt zusätzlich die Entstehung gefährlicher Gefässablagerungen. Doch auch das Gegenteil, eine Unterzuckerung, ist nicht erstrebenswert. Wenn der Blutzucker Achterbahn fährt, kommt das Hormon Insulin ins Spiel. Das Speicherhormon Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel durch die Einlagerung von Glucose in die Leber oder im positiven Fall als Energiequelle für die Muskeln. Alles, was übrigbleibt, wandert in den Fettspeicher des Körpers.

Zuckerfallen

Zucker steckt nicht nur in Süssigkeiten, sondern auch in vielen salzigen Speisen, Getränken und Fertigprodukten. Durch diese versteckten Zuckerfallen hat sich unser Zuckerkonsum drastisch erhöht. Für die Nahrungsindustrie ist Zucker eine sehr günstige Zutat, Geschmacksverstärker und Verkaufsgarant. Deshalb unser Tipp: Achten Sie auf die Zutatenliste der Produkte und meiden sie Limonaden und Fertigprodukte. Auch bei Light-Produkten wird häufig das fehlende Fett durch Zucker ersetzt. Was die wenigsten vermuten: Nicht nur Marmeladen und Nutella, sondern auch Würste, Ketchup, Räucherlachs, Streichkäse oder Salzstangen werden stark gezuckert.

Welche Alternativen gibt es?

Neben synthetischen Süssungsmitteln gibt es auch natürliche Alternativen zum Haushaltszucker. Xylit, auch Birkenzucker genannt, hebt den Blutzuckerspiegel kaum an und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Kokosblütennektar besitzt ebenfalls einen niedrigen glykämischen Index, wodurch der Blutzuckerspiegel wenig belastet wird. Auch natürliche Süssungsmittel wie Ahornsirup oder Honi g eignen sich gut, da die Dosierung durch ihre starke Süsskraft oft schwächer ist und im Gegensatz zu Haushaltszucker auch noch Vitamine und weitere gute Inhaltsstoffe beinhalten.

Masshalten ist das A und O

Abschliessend ist es vor allem wichtig, ein gesundes Bewusstsein für den eigenen Zuckerkonsum zu entwickeln. Zucker ist nicht der einzige Schuldige für die Entstehung von Krankheiten wie Typ 2-Diabetes oder Krebs. Es ist häufig der insgesamt ungesunde Lebensstil, der mit einem hohen Zuckerkonsum einhergeht: der Verzehr von Fertigprodukten, wenig Obst und Gemüse und natürlich auch Bewegungsmangel. Zucker kann bei Überkonsum oder Bewegungsmangel nicht in den Muskeln verwertet werden, sondern setzt sich dann in der Leber und den Fettzellen ab. Dies kann auf lange Sicht gesundheitsschädlich sein. Achten Sie daher auf die Zuckerfallen in ihrer täglichen Ernährung und bewegen Sie sich regelmässig, so beugen Sie aktiv gegen die Erkrankung an Diabetes vor.

Machen sie den diabetesschweiz-Risiko-Test: http://www.diabetesschweiz.ch/diabetes/risikotest/

SRF-Einstein: „Zucker-das moderne Gift“ (35:51 Minuten): https://www.srf.ch/sendungen/einstein/zucker-das-moderne-gift

"Als Konsument/in ist es eine grosse Herausforderung, den Zuckergehalt von Lebensmitteln zu eruieren, insbesondere wenn es sich um “versteckten“ Zucker handelt. Eine einfache Lösung des Problems wäre die Einführung eines Ampelsystems, wie es immer mehr Patienten- und Konsumentenorganisationen fordern. Der Familieneinkauf würde stark vereinfacht, müsste man doch nicht das Kleingedruckte bei jedem Produkt lesen, sondern sähe dank dem Ampelsystem auf einen Blick, ob ein Produkt bedenkenlos in den Einkaufswagen gelegt werden kann oder nicht. Leider sind wir in der Schweiz noch weit von solch einfachen Lösungen entfernt, denn die Lebensmittelindustrie hat wenig bis kein Interesse, hier Hand zu bieten."- Christine Leimgruber, diabetesschweiz.